Das Adam Zeltner-Haus und die St. Jakobs-Kapelle

 

Die Schälismühle befand sich in den vergangenen Jahrzehnten zusammen mit der Kapelle in einem äusserst desolaten Zustand. Zur Rettung der Schälismühle vor dem endgültigen Zerfall wurde 1997 der «Verein pro Schälismühle» gegründet mit dem Ziel, das geschichtsträchtige Haus zu retten. Am 21. Mai 1999 entstand die «Genossenschaft Schälismühle» mit dem Zweck, das Wohnhaus und die Kapelle für das Gäu zu erhalten. Ziel war der Erwerb, die Instandstellung, die Erhaltung und Nutzung der Gebäude.

 

 

Das heute noch bestehende Ensemble Wohnhaus und Kapelle geht auf das 19. Jahrhundert zurück. In der Ostwand des Wohnhauses zeugen einige Gewände von einem älteren Baubestand, und der Dachstuhl dürfte noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Aus dem Geist des 19. Jahrhunderts heraus entstand auch die Adam-Zeltner-Stube im Erdgeschoss. Das getäferte Interieur mit dem dekorativen Kachelofen ruft Erinnerungen an ältere Zeiten wach, jedoch ganz im Sinn einer der Geschichte verpflichteten Ausstattung aus dem 19. Jahrhundert.

 

 

Das äussere Erscheinungsbild der Kapelle lehnt sich ebenfalls an den Zustand im ausgehenden 19. Jahrhundert an.

 

1997

Ansicht von Süden

1997
Ansicht von Osten



 

Die in den vergangenen Jahren durchgeführte Restaurierung der Schälismühle geht auf die Initiative des «Vereins pro Schälismühle» zurück, dessen Ziel es war, das Haus und die Kapelle vor dem endgültigen Zerfall zu retten. Aus den oben erwähnten Gründen stellte der Kanton Solothurn neben der Kapelle auch das Wohnhaus unter Denkmalschutz, eine Voraussetzung, um die Sanierung und Restaurierung des Hauses finanziell unterstützen zu können.

 

 

Angesichts der historischen Bedeutung des Ensembles konnten auch von Seiten des Bundes Gelder an die denkmalpflegerischen Massnahmen zur Erhaltung des architektonischen Ensembles gesprochen werden. Die Restaurierung des Wohnhauses richtete sich nach dem Bestand aus dem späten 19. Jahrhundert. Für die Aussenhaut stand die Sanierung des Daches im Vordergrund. Dieses hatte auf der Westseite in den vergangenen Jahrzehnten stark gelitten.

 

 

Die Fassaden wurden restauriert und erhielten ihre ursprüngliche Farbigkeit zurück. Auf der Ostseite sind Reste eines älteren Baubestandes sichtbar, auf die Wiederherstellung der geschlossenen Laube wurde verzichtet. Auf der Westseite dient hingegen eine neue Laube als Erschliessung für den ehemaligen Eingang im ersten Obergeschoss. Das heruntergezogene Vordach bildet gleichzeitig einen Wetterschutz.

 

 

Im Innern lag der Schwerpunkt der Restaurierung bei der Adam-Zeltner-Stube. Zu Gunsten einer besseren Nutzung wurde die Trennwand gegen den Nebenraum hin etwas mehr geöffnet. Der hintere Teil dient weiterhin als Küche. In den beiden Obergeschossen greift der Lift im hinteren Teil des Hauses stark in die Substanz ein. Im Übrigen wurde versucht, vor allem die Räume im ersten Obergeschoss in ihrem ursprünglichen Ausdruck wieder herzustellen.

 

 

 

Im zweiten Obergeschoss entstand ein grösserer Seminarraum auf der Südseite. Hier wurde zudem eine Treppe eingefügt, die in das ausgebaute Dachgeschoss hinaufführt.

 


Zusammen mit dem Wohnhaus konnte auch die St.-Jakobs-Kapelle restauriert werden. Sie erhielt einen neuen Verputz mit aufgemalten Eckquadern, ein Zustand, der bis um 1950 existierte und auf die Wiederherstellung unter Johann Hablitzel im ausgehenden 19. Jahrhundert zurückgeht. Die Gedenktafel auf der Ostseite wurde restauriert, und die Sonnenuhr auf der Südseite ein weiteres Mal neu aufgemalt. Im Innern blieb die bis anhin überlieferte Gestalt mit dem Altar erhalten.

 

Sonnenuhr 1998


 

Quelle:
Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Solothurn (Jahrbücher ADSO)
Oberbuchsiten, Schälismühle, von Samuel Rutishauser

 

Die Hinweise zur Geschichte der Schälismühle stützen sich vorwiegend auf ein Gutachten, das im Jahr 1993 von Othmar Birkner, Arisdorf, und Brigitte Frei-Heitz, Pratteln, für die Kantonale Denkmalpflege Solothurn erstellt wurde (Archiv der Kantonalen Denkmalpflege Solothurn)